Heimische Heilpflanzen Teil 2

1. Johanniskraut, Echtes (Hypericum perforatum)

–> Paracelsus: „Ihre Tugend kann gar nicht genug beschrieben werden. Es ist nicht möglich, dass eine bessere Arznei für Wunden in allen Ländern gefunden wird. Das ist ein Arcanum („das Geheimnisvolle“), ein Universalmittel mit höchster Wirkkraft, der sich alle beugen müssen.“

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Quelle: https://it.wikipedia.org/wiki/Hypericum_perforatum

Sammelzeit:

  1. blühendes Kraut: Juni bis September bei sonnigem Wetter kurz vor der Mittagszeit

Wirkung:

Johanniskraut wirkt vor allem stimmungsaufhellend. Es hemmt zudem die Ausschüttung der Stresshormone Cortisol und Adrenalin. Eine spezielle Substanzgruppe im Johanniskraut wirkt antiviral und können jedoch auch zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit führen. Es hat eine entzündungshemmende, antidepressive und antibakterielle Wirkung. In der Volksheilkunde wird es zur Leistungsförderung und als Stärkungsmittel bei Schwächezuständen eingesetzt. Äußerlich wirkt es reiz- & schmerzlindernd. Es beinhaltet wundheilungsfördernde Gerbstoffe. Aufgrund der rubinroten Farbe des Johanniskrautöls wird es auch als „Rotöl“ bezeichnet, welches blutungsfördernd, schmerzlindernd und entspannend wirkt.

Anwendungsgebiet:

Die Hauptanwendung ist ganz klar bei leicht depressiven Verstimmungen und der sogenannten „Winterdepression“. Zudem bei Angstzuständen, nervöser Unruhe, Reizblasen und nächtlicher Bettnässe. Das Johanniskrautöl auch bei Verdauungsbeschwerden.

Bei Rheuma, Gicht, Schmerzen am Ischias-Nerv, Hexenschuss, Gürtelrose, Verletzungen, Verspannungen und leichten Verbrennungen wird es zur äußerlichen Anwendung eingesetzt. –>  Bevorzugt als „Rotöl“

 

2. Pfefferminze, Echte (Mentha x piperita)

–> Bekam im Jahr 2004 der Titel „Heilpflanze des Jahres“

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Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mentha_%C3%97_piperita_-_K%C3%B6hler%E2%80%93s_Medizinal-Pflanzen-095.jpg

Sammelzeit:

Blätter:

  1. Schnitt: Juni/Juli vor der Blüte
  2. Schnitt: im Herbst vor der ersten Nachfröste

 

Wirkung:

Sie wirkt gallenfördernd, schmerzlösend und krampflösend z.B. auf die Muskulatur des Darms. Aufgrund ihres Mentholgehalts wirkt sie im Magen-Darmbereich gärungshemmend, keimhemmend und antiseptisch. Sie lindert Brechreiz indem sie die Magenschleimhaut betäubt. Jedoch sollte Pfefferminztee kein Dauergetränk sein, da das enthaltene Menthol die Magenschleimhaut reizen kann und somit zu Magenschmerzen führen kann. Äußerlich wirkt das Menthol wiederum schmerzlindernd aufgrund eines Kältereizes.

Anwendungsgebiete:

Pfefferminz hat eine besonders gute Wirkung bei Fülle nach einem zu üppigen Essen oder bei einem „verdorbenen Magen“. Bei Magen-Darm Probleme wie z.B. Blähungen, Übelkeit, Erbrechen. Auch bei chronischen Magen-Darm-Erkrankungen wie z.B. dem Reizdarm. Zudem wird sie bei Kopfschmerzen, Muskelverspannungen und Schluckauf eingesetzt. Äußerlich wird das Pfefferminzöl zur Inhalation verwendet bei Erkrankungen der Atemwege.

 

3. Salbei, Garten-Salbei (Salvia officinalis)

–> In der Antiken kauten die Schüler von Philosophen Salbeiblätter, da diese den Geist erfrischen und zur Weisheit, Zufriedenheit und zur Erkenntnis, was die Welt zusammenhält verhelfe.

–> Im 14. Jhd. kursierte die Aussage: „Warum soll jemand sterben, wo doch Salbei in seinem Garten wächst?“

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Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Salvia_officinalis_-_K%C3%B6hler%E2%80%93s_Medizinal-Pflanzen-126.jpg

Sammelzeit:

  1. Blätter: kurz vor der Blüte im Mai & Juni

Wirkung:

Das ätherische Öl & die Gerbstoffe in den Blättern hemmen das Wachstum & die Vermehrung von Bakterien, Viren und Pilzen. Zudem unterdrücken sie die Schweißsekretion. Die Stoffe hemmen Entzündungen und wirken keimhemmend, blutungsstillend und zusammenziehend auf das Gewebe. Die Bitterstoffe machen fettreiche Speisen bekömmlicher oder wirken nach einer Speise gegen Blähungen. Die Blätter wirken zusätzlich dazu antiseptisch, krampflindernd und fördern den Gallenfluss und somit die Fettverdauung. Salbei enthält Flavonoide welche gegen freie Radikale im Körper kämpfen und somit das Immunsystem stärken. Für Frauen kann die Hemmung auf die Milchsekretion hilfreich sein. Die Blätter sind auch wunderbar geeignet um Speisen zu verfeinern oder den Appetit anzuregen.

Anwendungsgebiete:

Salbei wird vor allem bei bakteriellen, viralen und entzündlichen Erkrankungen eingesetzt. Außerdem bei Nachtschweiß (& sonstigen Schweißerkrankungen), Durchfall, Halsschmerzen, Zahnfleischentzündungen, Mandelentzündungen, Mundgeruch, Herpes, Völlegefühl, Blähungen, Appetitlosigkeit und zum Abstillen der Muttermilch.

Bücherquellen: „Die neue Pflanzenheilkunde für Frauen“, „Alles über Heilpflanzen“, „Hexenkraut & Zauberpflanzen“

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