Heimische Heilpflanzen Teil 1

Die Naturheilkunde ist die wohl älteste Heilkunde überhaupt. Sie überdeckt zudem nicht einfach irgendwelche Symptome, sondern regt den Körper an seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Dies ist vor allem für die Gesundheit viel nachhaltiger und ungefährlicher. Jedoch sind Pflanzen hochwirksam und können auch Nebenwirkungen haben, wenn auch nicht so gravierende wie Pharmazeutika. Es ist jedoch wichtig die Kräuter richtig zu dosieren.

Dabei muss man die Naturheilkunde nicht abgegrenzt von der Schulmedizin betrachten, sondern eher als eine Gemeinschaft in der beides jeweils durch das andere ergänzt und optimiert werden kann.

Daher möchte ich euch heute ein paar typische Heilpflanzen vorstellen die es vor allem in unseren Regionen gibt und in keinem Haushalt unbekannt bleiben sollten.

Die Pflanzen kann man daher entweder selber sammeln, pflanzen oder getrocknet, frisch bei nachhaltigen Unternehmen erwerben.

1. Brennnessel, Große (Urtica diocia)

Die Brennnessel wurde schon in frühen medizinischen Werken als „Mittel gegen Gifte und Brennen“ erwähnt.

Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/59/Urtica_dioica_Nagy_csal%C3%A1n.jpg

Sammelzeit:

  1. Blätter: März bis Juni
  2. blühendes Kraut: Hochsommer
  3. Samen: August/September
  4. Wurzeln: März oder Oktober

Wirkung:

Das Kraut/Blätter wirkt stoffwechselfördern, harntreibend, harnsäureabführend, entzündungshemmend (v.a. in der Blütezeit). Die entwässernde Wirkung kommt dabei nur mit viel Flüssigkeit in Kombination zu Stande. Aufgrund dieser Wirkung ist die Brennnessel ein sinnvolles Mittel bei Entgiftungskuren o.ä.

Zudem wirkt sie blutbildend und das pflanzlich gebundene Eisen der Brennnessel hat eine hohe Bioverfügbarkeit im Körper.

Brennnesselkraut und -samen haben eine stark vitalisierende Wirkung und sind daher vor allem bei Erschöpfungszuständen (z.B. in den Wechseljahren) sinnvoll.

Die Wurzel hingegen wirkt krampflösend, entzündungshemmend und verbessert des Gleichgewichtes des Immunsystems.

Anwendungsgebiete:

Die Brennnessel ist vor allem bei Krankheiten wie z.B. Rheuma, Arthrose, Durchblutungsstörungen, Menstruationsbeschwerden, Erkrankungen der Lunge, Gicht, leichter Anämie uvm. sinnvoll. Brennnessel ist außerdem für die Haare sinnvoll, z.B. bei gereizter, fettiger Kopfhaut, sprödem Haar oder als Haarwuchsmittel.

 

2. Kamille, Echte (Matricaria chamomilla)

Wurde früher aufgrund ihres gelben Blütenbodens als „Blume der Sonne“ verehrt. Sie war eines der ältesten und bekanntesten Heilmittel überhaupt und diente als Universalmittel.

12_matricaria_chamomilla
Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:12_Matricaria_chamomilla.jpg

Sammelzeit:

  1. Blüten: Mai bis Juli bei Sonnenschein

Wirkung:

Flavonoide, Schleimstoffe und ätherische Öle in der Kamille wirken v.a. entzündungshemmend. Bei einer innerlichen Anwendung mit Kamille wirkt sie entkrampfend auf den Verdauungsapparat. Die krampflösende Wirkung wirkt auch auf die Gebärmutter und lindert somit Menstruationskrämpfe.

Sie hemmt zudem Entzündungsstoffe und wirkt dadurch als Schutzbarriere in der Magenschleimhaut. Die beruhigende Wirkung ist der Grund weswegen sie oftmals als Schlaf- und Beruhigungsmittel bei nervösen Magen-, Herz- und Nervenstörungen verwendet wird.

Die Schleimstoffe der Kamille stimulieren zusätzlich das Immunsystem. Eine pilzhemmende Eigenschaft bei z.B. Darmpilzen verdankt man den ätherischen Ölen der Kamille.

Äußerlich ist sie vor allem positiv für die Haut und Schleimhäute, da sie reizmildernd und entzündungshemmend wirkt (Folge: verbesserte Wundheilung). Auf der Haut ist sie auch schmerzlindernd, kühlend, abschwellend und trocknend bei z.B. nässenden Wundflächen.

Anwendungsgebiete:

Die Kamille ist bei Magen-Darm Störungen beliebt wie z.B. Krämpfen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Verstopfung oder Durchfall. Da sie das Immunsystem stärkt bewährt sie sich bei Bronchitis, Nasennebenhöhlen- & Rachenentzündungen, Erkältungen. Sie kann zudem eingesetzt werden bei Stress, Schlafproblemen, Unruhe. Äußerlich v.a. bei schlecht heilenden Wunden und Schmerzen. Für Frauen kann die Kamille bei Menstruationsbeschwerden hilfreich sein.

 

3. Frauenmantel (Alchemilla vulgaris)

In der Antiken Medizin sprach man dem Frauenmantel die Wirkung zu, Frauen nach der Entbindung ihr jungfräuliches Aussehen zurück zu geben.

Paracelsus lobte den Frauenmantel als Tee gegen innere und äußere Wunden.

alchemilla_alpina_sturm56
Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e5/Alchemilla_alpina_Sturm56.jpg

Sammelzeit:

  1. blühendes Kraut & Blätter: Mai bis August während einer schönen Wetterperiode

Wirkung:

Frauenmantel wirkt zusammenziehend und fördert somit die Wundheilung.

Wirkungen wie z.B. entzündungshemmend, schmerzlindernd, gefäßschützend, blutungshemmend und blutfördernd, krampflösend und beruhigend spielen beim Frauenmantel ebenfalls eine wichtige Rolle.

Es lindert Juckreiz und Schmerzen aufgrund seiner enthaltenden Gerbstoffe.

Frauenmantel wirkt auf den gesamten weiblichen Organismus ausgleichend und regulierend. Die Pflanze wird jedoch auch innerlich bei Magen-Darm-Erkrankungen eingesetzt. 

Anwendungsgebiete:

Für Frauen mit Menstruationsbeschwerden, Brustdrüsenentzündungen, Gelbkörperschwäche, Stimmungsschwankungen und zur Förderung bei der Milchbildung. Für Frauen aber auch vor allem bei unerfülltem Kinderwunsch.

Ansonsten bei Magen-Darm Problemen wie z.B. leichtem Durchfall. Frauenmantel wirkt auch gegen Schleimhautentzündungen im Mund- & Rachenraum. Zur äußerlichen Anwendung ist die Pflanze bei nässenden/eitrigen Wunde, Ekzemen, Juckreiz in den Schleimhäuten sinnvoll.

Bücherquellen: „Die neue Pflanzenheilkunde für Frauen“, „Alles über Heilpflanzen“, „Hexenkraut & Zauberpflanzen“

 

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